Adventsdeko

Das Schmücken zur Adventszeit

Advents- und Weihnachtsschmuck kann sehr schön sein. Alles ist aber nicht erlaubt - was Sie als Hauseigentümer und Vermieter beachten müssen.

Der Adventskranz in der Wohnung oder sogar an der eigenen Wohnungstür, Lichterketten im und um das Haus herum: Zur Adventszeit schmücken viele Menschen gerne ihre Wohnung und ihr Haus. Und das kann für Ärger sorgen.

Tipps zur Adventsdeko

Denn häufig ist strittig, was erlaubt ist und was nicht. Verschiedene Gerichte haben schon zum Thema Weihnachtsschmuck und Adventsdeko geurteilt. Ein Auszug:

  • Adventsdeko innerhalb der Wohnung: Was Ihr Mieter oder Sie als Haus- oder Wohnungseigentümer innerhalb der vier Wände machen, ist Privatsache. Sofern dadurch jedoch in die Wohnungssubstanz eingegriffen wird - was allerdings bei ein paar Lichterketten nicht der Fall sein wird -, muss Ihr Mieter Sie als Vermieter um Erlaubnis fragen. Grundsätzlich gilt: Deko, insbesondere in Verbindung mit Kerzen, ist ein Feuerfänger! Sie sollten darauf achten, dass Sie mit einer Hausratversicherung gegen Schaden aus einem Feuer abgesichert sind. In den Versicherungsklauseln muss dabei stehen, dass der Versicherer auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichtet - das ist bei vielen Verträgen nicht der Fall. Sonst streiten Sie sich am Ende über die Erstattung der Kosten mit Ihrem Versicherer.
  • Adventsdeko innerhalb des Hauses: Ein Adventskranz an der Wohnungstüre ist eine weit verbreitete Sitte, an der sich Mitbewohner - in diesem Fall Wohnungseigentümer - nicht stören dürfen. So entschied das Landgericht Düsseldorf (Beschluss vom 10.10.1989, Az. 25 T 500/89) - und setzte einen entsprechenden Beschluss der Eigentümergemeinschaft, der das Anbringen von Adventsdeko prinzipiell untersagte, außer Kraft. Allerdings darf ein Mieter oder Mitbewohner auch nicht einfach das komplette Treppenhaus nach seinen Vorstellungen in Beschlag nehmen.
  • Adventsdeko außerhalb des Hauses: Alles, was außerhalb der eigenen vier Wände angebracht wird, kann auch andere stören. Nicht jeder mag eben das rundum blinkende Haus. Das Landgericht Berlin (Urteil vom 1.06.2010, Az.: 65 S 390/09) sah keinen Grund für eine Mietvertragskündigung aufgrund einer angebrachten Lichterkette und skizzierte sie als - wenn überhaupt -, "verhältnismäßig geringfügige" Pflichtverletzung des Mieters. Dennoch sollte die Adventsdeko die anderen Mitbewohner nicht zu stark stören. So sahen es die Richter des Landgerichts Köln (Beschluss vom 11.02.2008, Az. 29 T 205/06) als erwiesen an, dass eine Lichterkette das "äußere Erscheinungsbild der Wohnungsanlage wesentlich" verändert habe. Die Wohnungseigentümerin hätte die anderen Mitglieder der Gemeinschaft deshalb um Zustimmung bitten müssen, "da die streitgegenständliche Lichterkette durch die Veränderung des optischen Gesamteindrucks eine Beeinträchtigung der anderen Miteigentümer darstellt". Es gibt also durchaus unterschiedliche gerichtliche Bewertungen, so dass es auch sehr vom Einzelfall abhängen kann, was erlaubt ist und was nicht.

Die rechtliche Beurteilung ist nicht statisch, sondern immer im Fluss. Außerdem kommt es immer auch sehr auf den Einzelfall an, den die Richter in ihren Urteilen berücksichtigen müssen. Hier werden verschiedene Aspekte abgewogen und beurteilt.

Praxistipp:

Inspirationen für Adventsdeko gibt es sehr viel. Insbesondere Social-Media-Plattformen wie Pinterest oder Instagram bieten hier viele interessante Tipps.

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