Grillparty zu Hause

Was beim Grillen Recht ist

Grillen macht vielen Menschen im Sommer Spaß. Aber die Gerichte haben hierfür enge Grenzen gesetzt, damit es nicht zur Belästigung wird.

Wenn Ihre Mieter auf dem Balkon grillen, dann kann das schnell zu Stress mit den anderen Mietern führen. Und auch Ihr Nachbar in der Wohnungseigentumsgemeinschaft oder auf dem Grundstück neben an ist vielleicht nicht begeistert. Das oberste Gebot ist hier: gegenseitige Rücksichtnahme.

Recht rund um das Grillen

Denn natürlich dürfen Sie zu Hause grillen, auch Ihre Mieter dürfen das. Es darf nur nicht überhandnehmen. Verschiedene Gerichtsurteile haben hier den Rahmen abgesteckt - ein Überblick:

  • Rücksichtnahme als oberstes Gebot: Gerichtsentscheidungen rund ums Grillen können sehr unterschiedlich ausfallen. Ein Kriterium ist, dass Sie als Wohnungseigentümer oder Hausbesitzer zur Rücksichtnahme verpflichtet sind. Aber was ist rücksichtslos? Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Prinzipiell ist aber klar, dass der Rauch des Grills für andere Nachbarn störend sein kann.
  • Beschluss zum Grillverbot durch die Eigentümer: Wenn ein Wohnungseigentümer oder sein Mieter zu stark mit dem Grill die Umgebung belästigt, kann eine Eigentümerversammlung mehrheitlich ein Grillverbot beschließen. Das sieht zumindest das Landgericht München in einem Urteil (Az. 36 S 8058/12, Urteil vom 10.01.2013) so. Ein Verbot für das Grillen mit offener Flamme in die Hausordnung aufzunehmen, entspreche den Grundsätzen ordnungsgemäßer Verwaltung, urteilten die Richter in diesem Fall. Auch andere Gerichte, etwa das Oberlandesgericht Zweibrücken (Az. 3 W 50/93, Beschluss vom 06.04.1993) sahen das ähnlich.
  • Maximale Anzahl der Grillabende: Wie oft und wie lange ein Grillabend stattfinden darf, darüber wird sehr unterschiedlich geurteilt. Prinzipiell ist das Grillen in den Sommermonaten üblich und Nachbarn müssen es ertragen. Im Einzelfall wurde von Gerichten aber auch eine Beschränkung ausgesprochen, so zum Beispiel das Oberlandesgericht Oldenburg (Az. 13 U 53/02, Urteil vom 29.07.2002), welches das Grillen nach 22 Uhr auf vier Mal im Jahr beschränkte.

Es ist natürlich immer besser, wenn Sie sich mit Ihren Nachbarn oder Mietern einigen. Suchen Sie also das Gespräch! Nichts ist schlimmer, als wenn sich Frust immer mehr anstaut und die verschiedenen Parteien dann Flöhe husten hören.

Praxistipp:

Sollte der Ernstfall drohen, dann gibt es eine leichte Möglichkeit, wie Sie zumindest ein bisschen mehr Gewissheit über die Rechtssicherheit Ihrer eigenen Position erlangen: Fragen Sie einen Anwalt! Entsprechende spezialisierte Anwälte gibt es viele, auch eine Onlineberatung kann als erster Schritt sinnvoll sein und ist meist kostengünstig. Denn: Es ist viel vernünftiger, wenn Sie sich schon vor einer eventuellen Eskalation einen professionellen Rat einholen. Das entspannt die Lage und die Gemüter.

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