Immobilienfinanzierungen

Mit dem Forward-Darlehen vorfinanzieren

Bis zu 60 Monate in die Zukunft können Sie Ihre Baufinanzierung schon festzurren. Möglich macht dies das sogenannte Forward-Darlehen.

Wenn Sie schon wissen, wann Sie in Zukunft ein Darlehen benötigen, dann ist das Forward-Darlehen das passende Finanzierungsprodukt für Sie. Es ist zum Beispiel gut für eine Anschlussfinanzierung einer bestehenden Immobilienfinanzierung geeignet. Der Vorteil: Es ist ein ganz normales Bankprodukt, ohne komplizierte Konditionen.

So funktioniert das Forward-Darlehen

Zunächst - und das ist sehr wichtig: Sie legen sich mit dem Forward-Darlehen zu aktuell gültigen Zinskonditionen für einen Finanzierungszeitraum in der Zukunft fest. Sprich: Ob das für Sie am Ende ein gutes Geschäft ist, hängt von der Zinsentwicklung ab. Gehen die Zinsen hoch, haben Sie gespart. Sinken sie allerdings oder bleiben sie gleich hoch, dann wäre es günstiger gewesen, wenn Sie bis zu dem zukünftigen Zeitpunkt gewartet hätten. Dies kann aber niemand exakt vorhersagen, denn hier spielen sehr viele Faktoren eine Rolle. Deshalb ist das Hauptargument für ein Forward-Darlehen vor allem die Sicherheit, die es Ihnen bietet: Sie wissen heute schon, wie hoch Ihre Finanzierungsrate in der Zukunft sein wird, für einen festgelegten Zeitraum dann von zum Beispiel zehn Jahren. Ein paar Stichworte über die Funktionsweise:

  • Festlegung schon jetzt: Was für Sie gilt, gilt auch für die Bank. Sie sorgt auch mit dem Abschluss des Darlehens schon dafür, dass Sie es zu den vereinbarten Konditionen erhalten werden, sie refinanziert es also bereits jetzt. Sprich: Auch Ihre Bank geht keine unkalkulierbare Wette auf die Zinszukunft ein, sondern das Darlehen hat mit dem Abschluss sofort eine solide Basis. Das ist wichtig zu wissen: Denn wenn Sie oder Ihre Bank hier wetten würden, würde das immer bedeuten, dass einer dabei am Ende verliert. Und das ist für eine langlaufende Finanzierung eine furchtbare Vorstellung.
  • Vorlaufzeit eines Forward-Darlehens: Ab wann Sie im Voraus ein Forward-Darlehen abschließen können, hängt vom Angebot der Bank ab. Üblich sind bis zu 60 Monate - also fünf Jahre - Vorlaufzeit. Wenn Sie sich also jetzt für das Darlehen entscheiden, können Sie das Forward-Darlehen für 60 Monate im Voraus abschließen.
  • Kosten des Forward-Darlehens: Ein wichtiger Punkt sind natürlich die Gebühren für ein Forward-Darlehen. Das ist aber meist sehr einfach geregelt: Je länger Sie ein Forward-Darlehen im Voraus festlegen, desto höher fällt der Zinsaufschlag aus. Oftmals steigt er mit jedem Monat. Bis zu zwölf Monate vor Benötigung fällt meistens kein Aufschlag an. Sollten Sie eine Umschuldung von einer anderen Bank vornehmen, können dafür auch Kosten anfallen - diese sind aber meist sehr überschaubar.
  • Nichtabnahmeentschädigung: Wichtig ist: Sie legen sich mit dem Forward-Darlehen fest, Ihre Bank ja ebenso. Wenn Sie das Darlehen dann womöglich doch nicht mehr benötigen, dann wird dafür eine sehr hohe Nichtabnahmeentschädigung fällig.

Ob sich ein Forward-Darlehen für Sie lohnt, ist eine ganz individuelle Entscheidung, die damit zusammenhängt, ob Ihnen eine Planungssicherheit schon etliche Jahre vor einer möglichen Anschlussfinanzierung wichtig ist. Gerade, wenn Sie nicht ständig die Zinsentwicklung im Auge behalten wollen, ist das also eine gute Möglichkeit.

Praxistipp:

Machen Sie sich spätestens 36 Monate vor der anstehenden Anschlussfinanzierung Gedanken darum, wie es mit dem Kredit weitergehen soll. Dann haben Sie reichlich Zeit, sich eine Meinung über die aktuelle Zinsentwicklung zu bilden - und können auch schon sehr gut ein Forward-Darlehen abschließen.

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