Wärme

Heizen mit Strom effizienter machen

Vielerorts ist es bitterkalt: Wenn dann der Strom-Nachtspeicherofen wieder kräftig zieht, stellt sich die Frage nach Alternativen - zumal die auch bald zur Pflicht werden.

Eine Zeitlang galt das Heizen mit Strom als en vogue. Ganze Siedlungen wurden komplett ohne Gasanschluss ausgestattet, auf den Öltank im Keller wurde verzichtet. Und stattdessen kommt die Wärme durch die Steckdose, nämlich per Strom.
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) fordert hier seit Jahren ein Umdenken.

Stromheizung: Wie vorgehen?

Bei der Frage, wie man mit der Stromheizung umgehen soll, gibt es viele Faktoren zu beachten. Ein Überblick:

  • Kein Verbot: Zwar wurde es diskutiert, in der konkreten Verordnung aber wieder gekippt: Nachtspeichergeräte werden nicht schrittweise verboten.
  • Schlechter Primärenergiefaktor: Dass die Erzeugung von Wärme aus Strom nicht effizient ist, zeigt sich zum Beispiel an dem schlechten Primärenergiefaktor von 2,4 (im Vergleich: Nah- bzw. Fernwärme aus Kraftwärmekoppelung hat einen Faktor von 0,7), der Strom zugewiesen wird. Und das ist ja auch logisch: Um Strom zu erzeugen, wird in der Regel zunächst Wärme erzeugt. Alleine bei diesem zweifachen Wandlungsprozess geht Effizienz verloren.
  • Planungen zur Erneuerung: Ein kompletter Systemwechsel außerhalb der normalen Haltbarkeit einer Heizungsanlage ist in der Regel ökonomisch unsinnig. Sofern aber ohnehin eine Erneuerung ansteht, stellt sich dann die Frage nach einem kompletten Systemwechsel oder nach einer Erneuerung.
  • Systemwechsel: Bei einem Systemwechsel macht es heute auch Sinn, sich über regenerative Energiequellen Gedanken zu machen. Das BAFA fördert dies mit verschiedenen Anreizprogrammen. Ein Nachteil ist, dass bei einem kompletten Systemwechsel oftmals auch die Leitungen komplett neu verlegt werden müssen.
  • Elektroheizungen: Ein zeitgemäßer Ersatz der oft großen, sperrigen und schwer zu regelnden Nachtspeicherheizungen sind reine Elektroheizungen. Sie sind deutlich teurer, versprechen aber auch ein hohes Stromeinsparpotenzial im Vergleich zu den Nachtspeichern. Ein Vorteil: Die vorhandenen Leitungen können einfach weiter genutzt werden.


Die Selbst-Information ist sehr wichtig, denn oftmals präferieren bestimmte Anbieter nur bestimmte Lösungen. Wägen Sie hier auf jeden Fall auch ästhetische und qualitative Aspekte ab, und nicht zuletzt die Kosten der verschiedenen Maßnahmen.

Praxistipp:

Bevor Sie in eine neue Heizungsanlage investieren, sollten Sie sich bei einer Energieberatung die verschiedenen Möglichkeiten durchspielen lassen. Auch diese Beratung wird unter bestimmten Umständen vom BAFA gefördert.

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