Die Wärmedämmung des eigenen Hauses ist aufwändig und kostspielig. Umso wichtiger ist es, dass Sie hier gut planen – und sich selbst
auch nicht zu viel zutrauen. Ein Überblick:
- Gesetzliche Rahmenbedingungen: Mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist festgelegt, was Bauherren an Mindeststandards bei einer Fassadendämmung einhalten müssen. So darf bei einer Außenwand ein U-Wert von 0,24 nicht überschritten werden, was in der Regel zu einer Dämmstärke von 12 bis 16 cm führt. Fenster dürfen einen U-Wert von 1,30 nicht überschreiten, sodass hier mindestens eine Zweischeiben-Verglasung eingesetzt wird.
- System- und Materialwahl: Zentral nicht nur für die Kosten, sondern auch für Fragen der Haltbarkeit und Nachhaltigkeit ist die Wahl des Systems und der Materialien. So werden Wärmedämmverbundsysteme häufig mit Styropor eingesetzt. Dämmwolle spielt an der Fassade vor allem bei vorgehängten Fassaden eine Rolle. Diese ist oft aus Steinwolle, aber es gibt auch alternative Materialien, etwa Hanf-Jute-Kombinationen, die aber deutlich teurer sind. In diesem Zusammenhang ist sehr wichtig: Die verschiedenen Systeme nutzen nicht nur das Dämmmaterial, sondern es kommen auch viele weitere Dinge – wie etwa Kleber – hinzu. Hier muss darauf geachtet werden, dass diese verschiedenen Komponenten auch tatsächlich miteinander funktionieren.
- Rolle der Fenster: Neben der Fassade spielen auch Öffnungen in der Fassade – also Fenster und Türen – eine immense Rolle für die energetische Bilanz des Hauses. Denn durch sie wird in aller Regel mehr Wärme entweichen als durch die Dämmplatten. Gleichzeitig entstehen hier womöglich Wärmebrücken. Das führt dazu, dass eine Fassadensanierung ohne gleichzeitige Fenstersanierung wenig sinnvoll sein kann.
- Handwerkerwahl: Zwar kann Dämmmaterial auch direkt aus dem Baumarkt bezogen werden, aber für eine sach- und fachgerechte Umsetzung der Fassadendämmung ist es sinnvoll, einen Handwerker zu beschäftigen. Denn Fehler können hier fatale Folgen haben, zum Beispiel zu Wärmebrücken führen und letztendlich zu Schimmelbildung. Entsprechende Betriebe finden sich etwa im Zentralverband Deutsches Baugewerbe oder im Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Achten Sie darauf, dass die Handwerker für die von Ihnen gewünschte Fassadenart spezialisiert sind. Eine Mitgliedschaft in einer Innung kann ein Indiz dafür sein, dass sich der Betrieb an hohe Qualitätsstandards hält.
Eine gute Fassadendämmung führt dazu, dass weniger Wärme aus dem Gebäude entweichen kann. Allerdings wird dannauch die Luftfeuchtigkeit nicht mehr so stark reduziert. Da eine einfache Stoßlüftung bei hochgedämmten Häusern für den Ausgleich nicht ausreicht, muss bei einigen Systemen deshalb auch über eine integrierte Be- und Entlüftung nachgedacht werden. Das verursacht zusätzliche Kosten, ist aber notwendig, weil sonst die Gefahr von Schimmelbildung besteht.