Eigentümerversammlung

Eigentümerversammlung - was bewirkt sie?

Die Eigentümerversammlung ist für Sie als Besitzer einer Eigentumswohnung eine sehr wichtige Veranstaltung - Sie bestimmen hier über viele Geschicke mit.

Jedes Jahr im Frühjahr/Sommer ruft der Hausverwalter zur Eigentümerversammlung. Sie sollten diesen Termin sehr ernst nehmen und - wenn es irgendwie geht - auch persönlich daran teilnehmen. Denn hier geht es stark um die Finanzen und auch zum Teil gravierende Entscheidungen rund um Ihr Eigentum.

Eigentümerversammlung und ihre Wirkung

Im WEG-Gesetz sind viele Details rund um die Wohnungseigentümergemeinschaft geregelt - und auch rund um die Eigentümerversammlung.

  • Einladungsfrist: In §24 WEG steht hierzu ganz klar und deutlich: Sie soll mindestens zwei Wochen vor der Versammlung erfolgen, "sofern nicht ein Fall besonderer Dringlichkeit vorliegt". Allerdings kann bei der jährlich stattfindenden ordentlichen Versammlung sicherlich nur in großen Ausnahmefällen von einer besonderen Dringlichkeit ausgegangen werden.
  • Tagesordnungspunkte: Hohe formale Anforderungen an die Einladung zur Eigentümerversammlung stellt auch schon das WEG-Gesetz. Es fordert, dass der "Gegenstand bei der Einberufung bezeichnet ist". Sprich: Mit der Einladung müssen auch die Tagesordnungspunkte feststehen. Sofern Sie nicht anwesend sein können, können Sie also sicher sein, dass nicht über etwas abgestimmt werden darf, das nicht vorher in der Tagesordnung gestanden hat.
  • Wirtschaftsplan: In aller Regel ist Thema der Eigentümerversammlung auch der Wirtschaftsplan, den der Verwalter aufstellen muss. In §29 WEG kommt hier auch dem Verwaltungsbeirat eine besondere Rolle zu: Er überprüft nämlich im Auftrag der Gemeinschaft den Wirtschaftsplan des Verwalters.
  • Entlastung Verwalter: Ein wichtiger Punkt auf der Eigentümerversammlung ist die Entlastung des Verwalters. Dies wirkt zwar wie eine reine Formsache, aber damit bescheinigt ihm die Eigentümerversammlung, dass der Wirtschaftsplan und somit seine Arbeit in Ordnung ist. Deshalb ist es auch so wichtig, dass dieser zuvor gut kontrolliert wird. Auf der Eigentümerversammlung könnte darüber hinaus auch der Verwalter abberufen und ein neuer Verwalter bestellt werden.
  • Protokoll: Immens wichtig ist das Protokoll der Eigentümerversammlung. In dieser Niederschrift werden alle Diskussionen und natürlich auch Beschlüsse notiert - die wiederum in einer speziellen Beschluss-Sammlung gesammelt werden. Hier können Sie sehr gut erkennen, welche Dynamik sich innerhalb der Eigentümergemeinschaft in bestimmten Fragestellungen ergibt.
  • Sonderumlage: Zum Beispiel sind im Protokoll auch Diskussionen über anstehende Sanierungsmaßnahmen aufgeführt. Über das Wohngeld sparen Sie gemeinsam mit den anderen Eigentümer eine Rücklage dafür an. Aber es kommt häufig vor, dass diese Rücklage für eine konkrete Maßnahme - zum Beispiel Dachdeckerarbeiten - nicht ausreicht. Dann wird eine Sonderumlage beschlossen, die ganz schön ins Geld gehen kann.

Sofern Sie den Erwerb einer Eigentumswohnung erwägen, sind die verschiedenen Protokolle der Eigentümerversammlung elementar wichtig für die Entscheidung, ob sich das für Sie lohnt. Denn darin steht präzise, ob es zum Beispiel zu einer Sonderumlage kommen wird. Auch können Sie hier vielleicht mögliche Konfliktlinien in der Eigentümergemeinschaft herauslesen.

Praxistipp:

Sie sollten zur Eigentümerversammlung immer selbst gehen und nach Möglichkeit nicht Ihr Stimmrecht übertragen. Wenn Sie es übertragen, dann sollten Sie das nicht pauschal machen, sondern für jeden Tagesordnungspunkt Ihre Stimme vorgeben. Es ist in jedem Fall wichtig, die Meinung der anderen Eigentümer zu hören und den Konflikten, die möglicherweise auftreten, nicht pauschal aus dem Weg zu gehen - schließlich leben Sie auf engem Raum miteinander.

© 05/2018, Haufe-Lexware GmbH & Co. KG
Ein Service der DSL Bank.