Baumängel

Baumängel beim Haus erkennen

Wenn Sie ein Haus neu bauen oder sanieren lassen, können Fehler passieren. Diese können zu Baumängeln führen - ein Überblick.

Wo gehobelt wird, fallen Späne: Dieser alte Handwerkerspruch soll zu mehr Gelassenheit aufrufen. Es ist fast unmöglich, dass an Ihrem neuen Haus oder bei der durchgeführten Sanierung hinterher alles perfekt ist. Aber zwischen einem kleinen Fehler und einem ausgewachsenen Baumangel liegt ein großer Unterschied. Zudem können sich auch Baumängel aus einem Sanierungsstau ergeben.

Baumängel und ihre Auswirkungen

Ob beim Bau, der Sanierung oder einfach aufgrund eines Sanierungsstaus: Baumängel bedeuten vor allem hohe Kosten - ein Überblick:

  • Baumängel beim Neubau oder der Sanierung: Ein beauftragtes Bauunternehmen ist natürlich verpflichtet, mängelfreie Leistung zu erbringen. Die mängelfreie Leistung wird mit der Abnahme bestätigt - oder auch nicht! Danach sind Sie zur Zahlung der Handwerkerrechnung verpflichtet. Oft ist es gar nicht so leicht, Mängel zu erkennen, denn es gibt für viele Dinge auch Toleranzbereiche, zum Beispiel für die maximale Überhöhung einer Parkettschwelle oder Fliese im Bad. Sollten Sie einen Mangel feststellen, haben Sie ein Zurückbehaltungsrecht vom Betrag der Handwerkerrechnung. So können Sie mindestens fünf Prozent der Rechnung als Sicherheitsleistung einbehalten. Aber seien Sie generell vorsichtig mit voreiligen Handlungen; Ärger ist dann vorprogrammiert.
  • Baumängel beim Hauskauf: Wenn Sie ein Haus kaufen wollen, müssen Sie einen Blick auf die Substanz werfen. Und dabei gibt es einen himmelweiten Unterschied zwischen möglicherweise notwendigen Instandsetzungen und Sanierung, die aufgrund von Baumängeln notwendig ist. Zur Unterscheidung: Mit einer Instandsetzung wird einfach - regelmäßig - dafür gesorgt, dass die gewünschte Funktion eines Bauteils aufrecht erhalten wird. Man könnte es auch eine Art Wartung fürs Haus nennen. Bei der Sanierung hingegen werden Baumängel beseitigt. Zum Beispiel haben sich durch die unterlassene regelmäßige Instandhaltung einfach Mängel aufgestaut, die auch die Substanz der Immobilie beeinflussen. Ein solcher Fall tritt zum Beispiel ein, wenn die alte Fassade nicht regelmäßig auf Risse untersucht wird und diese ausgebessert werden. Dort sickert Wasser ein, sorgt für ein weiteres Aufbrechen und letztendlich für eine Durchfeuchtung der Wand. Ein solcher Sachen ist mit einer kleineren oberflächlichen Behandlung nicht mehr zu beheben.
  • Gewährleistung bei Handwerkerleistungen: Nach fünf Jahren verjährt in der Regel Ihr Gewährleistungsanspruch auf Bauleistungen. Zu beachten ist, dass hier das Datum der Abnahme oder der fertiggestellten Nachbesserung relevant ist. Und: Verwechseln Sie nicht Gewährleistung mit Garantie. Gewährleistung bedeutet, dass der Bauunternehmer alle nach der Abnahme auftretenden Baumängel beseitigt, etwa, wenn es durch das neu eingedeckte Dach nach wenigen Monaten bereits hineinregnet. Eine Garantie ist hingegen eine Art Verschleißvorsorge: Sollte so zum Beispiel garantiert worden sein, dass der Heizkörper 30 Jahre wartungsfrei ist, dann würde hier der Hersteller eintreten, wenn eine Wartung schon zuvor anfällt.
  • Sachverständigen einschalten: Weil sich bei der Abnahme einer Bauleistung die Beweispflicht umkehrt, ist es so wichtig, dass Sie diese nicht unbedacht vollziehen. Werden Mängel nämlich vor der Abnahme entdeckt, muss das Bauunternehmen diese beseitigen. Man spricht hier von einer Nacherfüllung. Muten Sie sich hier nicht Fachwissen zu, für das Experten jahrelang ausgebildet wurden! Einen Sachverständigen finden Sie zum Beispiel bei den verschiedenen Bauherrenschutzverbänden.

Verzichten Sie bei einem Baumangel unbedingt darauf, ihn selbst zu beseitigen. Beim Hauskauf bzw. der beauftragten Handwerkerleistung sollten Sie strikt den vorgesehenen Ablauf einhalten. Und bei einer Altimmobilie sollten Sie Baumängel ausschließlich durch Fachbetriebe beseitigen lassen. Denn hier für ist echtes Expertenwissen notwendig, damit am Ende auch wirklich kein Schaden übrigbleibt.

Praxistipp:

Für die energetische Sanierung Ihrer Immobilie können Sie Ihr Bankdarlehen gut durch die Förderdarlehen der KfW ergänzen. Auch Zuschüsse gibt es hier.

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