Stromverbrauch

Smart Meter werden Standard

Smart Meter sollen die intelligente Steuerung des Stromverbrauchs in einem Haus steuern. Die intelligenten Zähler werden immer mehr eingebaut - und werden irgendwann auch Pflicht sein.

Grundlage für den Einbau von Smart Metern in die Haushalte ist das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. Hier wird im Detail auf viele Fragen rund um den Smart Meter eingegangen.

Smart Meter werden zum Standard

Einige Stromnetzbetreiber haben schon länger mit der Ausstattung von Haushalten mit Smart Metern begonnen. Seit Jahresbeginn wird das dynamischer - ein Überblick:

  • Modern oder Smart: Der Unterschied ist ein definitorischer. Auch "moderne" Stromzähler erlauben die intelligente Steuerung des Hausstroms. Allerdings senden und empfangen diese keine Daten an den Betreiber der Messeinrichtung.
  • Kostendeckel Gebühr: Um dem Endverbraucher nicht zu hohe Kosten durch die Verwendung von intelligenten Stromzählern aufzubürden, sind diese per Gesetz gedeckelt. In Paragraf 61, Abschnitt 1, Absatz 6, des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende sind diese bei bis zu 10.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch auf 100 Euro brutto jährlich begrenzt. Alle darunter liegenden Einbauten von Smart Metern oder modernen Stromzählern sind optional - und dürfen auch nur mit deutlich weniger Gebühren belegt werden (je nach Jahresstromverbrauch zwischen 23 und 60 Euro brutto jährlich). Moderne Stromzähler sind in den Kosten deutlich günstiger: Sie dürfen nicht mehr als 20 Euro brutto pro Jahr betragen.
  • Umbaukosten: Die Umbaukosten muss der Verbraucher selbst bezahlen, also bei einem vermieteten Haus Sie als Vermieter und bei einem selbst bewohnten Haus Sie als Eigentümer. Diese können schnell recht hoch werden. Hintergrund: Es kann vorkommen, dass die neuen Zähler nicht mehr in den Zählerschrank passen.
  • Zeitplan: Bis 2032 werden die intelligenten Stromzähler Pflicht für alle Stromkunden. Bis dahin findet eine schrittweise Umrüstung aller Haushalte statt. Ebenfalls geregelt in Paragraf 61, Abschnitt 1, Absatz 6, ist konkret, dass ab 2020 innerhalb von acht Jahren alle Messstellen mit einem Jahresstromverbrauch über 6.000 bis einschließlich 10.000 Kilowattstunden mit einem Smart Meter ausgestattet werden müssen. Optional sind zu diesem Zeitpunkt alle darunter liegenden Stromverbräuche (laut Abschnitt 3).
  • Widerspruch nicht möglich: Es ist nicht möglich, dem Einbau eines intelligenten Strommessers zu widersprechen, darüber informiert zum Beispiel die Verbraucherzentrale.

Die Begründung, warum Smart Meter immer mehr zur Pflicht werden, hängt mit der besseren Steuerung von Stromverbräuchen zusammen. Denkbar wären zum Beispiel in der Zukunft (wieder) variable Stromtarife, ähnlich den früher mal üblichen Nachtstromtarifen. Sie können dabei zukünftig den Messstellenbetreiber frei wählen, bisher war dafür immer der zuständige Netzbetreiber einer Region zuständig.

Praxistipp:

Mit intelligenten Stromzählern lassen sich Stromverbräuche darstellen und auch Stromfresser identifizieren. Das können Sie auch ohne Smart Meter übrigens ganz einfach mit intelligenten Steckdosen realisieren. Deshalb sollten Sie abwägen, inwiefern es für Sie günstiger ist, freiwillig einen Smart Meter installieren zu lassen - berücksichtigen Sie hier auch die Umbaukosten - oder die Zusatzinfos durch eigene Geräte herauszubekommen.

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